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Das ist unsere Zukunft

Angela Merkel


Pressestatement Bundeskanzlerin Merkel anlässlich der Entgegennahme des Preises "Europäerin des Jahres 2010" der dänischen Europabewegung

Di, 13.07.2010
in Berlin

 
BK'IN DR. MERKEL: Ich möchte mich bei der dänischen Europabewegung und bei Ihnen, Herr Boel, der Sie die Laudatio gehalten haben, bei Ihnen, Frau Nørby, und bei Ihnen, Herr Botschafter Søndergaard, ganz herzlich bedanken.
 
Ich habe diese Auszeichnung sehr gerne angenommen. Das habe ich zum einen, weil wir Nachbarn sind, die, wie Sie es schon angedeutet haben, im Zusammenhang mit der dänischen Minderheit in Deutschland, aber auch umgekehrt sehr gute friedliche, kameradschaftliche, freundschaftliche Erfahrungen gesammelt haben ‑ nach einer historisch sehr schwierigen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ‑ und damit ein Beispiel gegeben haben, wie Europa zusammenleben kann und wie wir das nach der Zeit des Nationalsozialismus in Europa auch geschafft haben. Das ist ein kleines Mosaiksteinchen dessen, wie Europa insgesamt funktioniert. Ich möchte der dänischen Europabewegung danken, dass sie, lange bevor Dänemark Mitglied der Europäischen Union war, auf dieses Europa gesetzt hat und gesagt hat: Das ist unsere Zukunft.
 
Sie haben eben in Ihren Worten deutlich gemacht, dass uns Europa natürlich auch immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Ich glaube aber, wir sind uns einig: Nachdem wir das Friedenswerk Europa geschafft haben und nachdem wir davon ausgehen können, dass wir gegeneinander nie wieder Kriege führen werden, stellt sich uns jetzt in der Globalisierung doch noch eine zusätzliche europäische Aufgabe. Diese Aufgabe ergibt sich dadurch, dass wir gemeinsam 500 Millionen Menschen in der Europäischen Union sind, und besteht darin, dass wir auch gemeinsam unsere Werte und unsere Positionen ‑ sei es beim Klimaschutz, sei es bei den Menschenrechten, sei es in der Frage der sozialen Marktwirtschaft ‑ nach draußen in die Welt hinaustragen, damit dieses Europa eine gemeinsame wichtige Stimme hat.
 
Wir hatten in Europa schwere Monate. Es stellte sich die Frage: Sind wir solidarisch miteinander? Das haben wir mit einem Ja beantwortet. Es stellte sich aber nicht nur diese Frage, sondern es stellte sich auch die Frage: Wollen wir ein Europa, das seine Stärken stärkt, und da, wo es noch Schwächen gibt, diese Schwächen überwindet? Denn eine falsche Solidarität wäre in den vergangenen Monaten keine gute Solidarität für Europa gewesen.
 
Deshalb nehme ich diesen Preis gerne an. Ich verstehe ihn als Ansporn. Sie haben darauf hingewiesen: Europa, das ist immer das Europa von größeren und kleineren Ländern. Dieses Europa ist ein Europa, in dem man Freude an der Vielfalt und an der Unterschiedlichkeit haben muss und das wir als Bereicherung verstehen wollen. Insofern wünsche ich der dänischen Europabewegung alles Gute. Denn wir wissen: Gerade in Zeiten von Wirtschaftskrisen und von Ängsten vor der Globalisierung gibt es auch viele, die sagen: Europa sollte zugunsten nationaler Interessen wieder ein Stück zurückgedreht werden. Ich glaube, so, wie wir hier stehen, halten wir das für falsch. Das eint uns. Insofern ist dieser Preis für mich auch ein Ansporn, weiter für Europa einzutreten.
 
Herzlichen Dank!
 
 

 

 
   

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New Cuba Coalition
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Dr. Emilio-Adolfo Rivero — President
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