Sehr geehrter Herr
Präsident Medwedew,
sehr geehrter Herr
Premierminister Fillon,
sehr geehrter Herr
Ministerpräsident Rutte,
lieber Herr Kommissar
Günther Oettinger,
sehr geehrter Herr
Ministerpräsident Sellering,
sehr geehrter Herr
Bundeskanzler Schröder,
lieber Michael Glos,
sehr geehrte Vertreter
der Gasversorgungsunternehmen,
werte Gäste dieser
Veranstaltung,
Es ist uns eine große
Ehre, heute hier in Lubmin, im Lande
Mecklenburg-Vorpommern, in der
Bundesrepublik Deutschland und – wenn
ich das hinzufügen darf – in meiner
politischen Heimat dieses strategische
Projekt vollziehen zu können. Dieses
Projekt ist beispielhaft für die
Kooperation zwischen Russland und der
Europäischen Union, und das auf einem
Gebiet, das eine wesentliche
Voraussetzung für funktionierende
Wirtschaftsnationen bedeutet, nämlich
auf dem Gebiet der Energieversorgung.
Wir zeigen mit diesem Projekt und durch
die Anwesenheit so vieler Vertreter
europäischer Länder, dass wir auf eine
sichere, auf eine belastbare
Partnerschaft mit Russland in der
Zukunft setzen. Ich glaube, dieses
Projekt ist ein herausragendes Beispiel
dafür.
Herr Warnig, Nord Stream
setzt in der Tat neue Maßstäbe in der
europäischen Energiepartnerschaft. Es
ist außerdem – das haben wir uns ja in
dem Film soeben anschauen können – eines
der größten Energieinfrastrukturprojekte
unserer Zeit. Ob Projektierung oder
Logistik, ob Fertigung der Rohe oder
ihre Installation in der Ostsee –
höchste technologische Ansprüche wurden
gestellt und erfüllt. Auch strenge
Umweltkriterien wurden eingehalten. Die
Bauarbeiten sind erstaunlich schnell
vorangekommen – manch widrigen
Bedingungen sowohl beim Wetter als auch
bei den Genehmigungsverfahren zum Trotz.
Ein 1.224 Kilometer langes Teilstück des
Gesamtprojekts kann heute mit dem ersten
Leitungsstrang in Betrieb genommen
werden. Das ist eine bemerkenswerte
Leistung, für die auch ich allen
Beteiligten ganz herzlich danken möchte.
Sie haben mit diesem
Projekt eine große Verantwortung
übernommen – in technischer Hinsicht,
aber auch mit Blick auf die vielfältigen
und berechtigten Interessen aller
Ostsee-Anrainerstaaten. Ich glaube,
sagen zu können: Es gab auch eine gute
Kooperation zwischen Politik und
Wirtschaft. Es ist Nord Stream in
Zusammenarbeit mit den
Genehmigungsbehörden gelungen,
ausgewogene Lösungen zu finden. Es zeigt
sich damit, dass die Wirtschaft in der
Lage ist, komplexe Großprojekte auch im
21. Jahrhundert verantwortungsbewusst zu
realisieren. Denn bei aller politischen
Unterstützung muss man sagen, dass Nord
Stream ein Wirtschaftsprojekt ist und
dass deshalb die unternehmerische
Verantwortung bei der Wirtschaft liegt,
die in herausragender Weise wahrgenommen
wird.
Wir haben als Politiker
natürlich Interesse an einer
verlässlichen Energieversorgung. Die
Nord Stream-Pipeline, deren zweiter
Leitungsstrang jetzt ja auch gebaut
wird, ist dafür ein Beispiel. 55
Milliarden Kubikmeter Gas – man sieht,
welch hohen Anteil das Projekt an der
europäischen Gasversorgung hat. Günther
Oettinger hat auf die Zahlen
hingewiesen.
Wenn wir über
Versorgungssicherheit sprechen, dann
sprechen wir natürlich auch immer über
das Thema Diversifizierung. Trotz aller
Diversifizierung ist Russland einer der
herausragenden Partner der europäischen
Energieversorgung. Die Bezugsquellen
müssen sicher sein. Auch die Nachfrage
aus Europa ist natürlich eine sichere,
denn wir setzen auf eine vernünftige
wirtschaftliche Entwicklung unseres
Kontinents. Insofern werden wir auf
Jahrzehnte hinaus eng miteinander
verbunden sein.
So kann man sagen: Die
Abnehmerländer und Russland profitieren
gleichermaßen von der Pipeline. Sie ist
Ausdruck einer Kooperation, die auf
Dauer angelegt ist und die große
wirtschaftliche Chancen bietet. Deshalb
möchte ich noch einmal allen Vätern und
Müttern dieses europäischen Projekts
danken: Den Investoren, den
Genehmigungsbehörden, denen, die das
Vorhaben politisch unterstützt haben,
und auch den Fachkräften, die
Höchsttechnologie zum Einsatz gebracht
haben. Ich wünsche Ihnen und uns allen,
dass die Arbeiten gut voranschreiten und
auch der zweite Leitungsstrang bald
erfolgreich in Betrieb genommen werden
kann. – Die Gasmoleküle werden sich
schon anständig bewegen, denke ich;
dafür wurde Vorsorge getroffen. – Dann
wird Nord Stream seinen Teil dazu
beitragen, dass Europa auch in Zukunft
über eine sichere Gasversorgung verfügt.
Nord Stream wird dem Ziel
dienen, die schon angelegte
Energiepartnerschaft zwischen Russland
und Europa fortzusetzen. Wir werden zwar
sicherlich noch manche Diskussion haben
– das dritte EU-Energiebinnenmarktpaket
ist nicht für jedermann außerhalb
Europas sofort verständlich. Ich denke
aber, auch das werden wir noch schaffen.
Und, lieber Günther Oettinger, das, was
wir anderen nicht erklären können,
müssen wir dann vielleicht auch bei uns
ändern; denn verständlich machen müssen
wir uns durchaus.
Meine Damen und Herren,
in diesem Sinne: Auf immer konstruktive,
freundschaftliche, partnerschaftliche
Zusammenarbeit und herzlichen Dank all
denen, die dieses Hochtechnologieprojekt
realisiert haben.
