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Neue Museum
Fr, 17.10.2009 in Berlin
Video-Podcast der Bundeskanzlerin #34/09 17. Oktober 2009
Gestern wurde in Berlin das „Neue Museum“ eingeweiht. Eigentlich muss man besser sagen: wieder eingeweiht. Denn die wirkliche Einweihung des Neuen Museums fand vor 150 Jahren statt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Museum zerstört und während der ganzen Zeit der DDR dem Verfall preisgegeben. Nunmehr ist es wunderbar rekonstruiert – von einem herausragenden Architekten: David Chipperfield. Er hat dabei eine herausragende Arbeit geleistet. Er hat nicht einfach nur rekonstruiert, sondern ehemalige Beschädigungen auch sichtbar gelassen. Damit ist ein Zeitzeugnis ganz besonderer Art – allein durch den Bau – entstanden, und wir sehen, wie sich Kontraste brechen können und das genau zur Diskussion anregt. Im Neuen Museum werden jetzt Exponate der Vor- und Frühgeschichte und aus dem alten Ägypten zu sehen sein. Der besondere Höhepunkt ist natürlich, dass die Nofretete wieder an ihren angestammten Ort zurückkehren kann. Jetzt sind die Museen der Museumsinsel nach langer Zeit endlich wieder vollständig. Natürlich gibt es noch eine Vielzahl von Restaurierungsarbeiten, die in den nächsten Jahren ausgeführt werden, und es wird ein Eingangsgebäude gebaut. Aber wir freuen uns, dass, die in alle Teile Berlins verstreuten Exponate nun wieder konzentriert auf der Museumsinsel zu sehen sind. Die Museumsinsel ist eine beliebte Sehenswürdigkeit, aber sie ist mehr. Nicht nur die einzigartigen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sind das, was die Museumsinsel ausmacht, sondern das Ensemble als solches ist mit recht seit zehn Jahren auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. Darauf können wir stolz sein. Es ist sozusagen ein Flaggschiff der Kulturnation Deutschland. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält jährlich 100 Millionen Euro für Renovierungsund Restaurierungsarbeiten. Das ist für uns keine Subvention, sondern es ist eine Investition – gerade auch in die Gegenwart und Zukunft unseres Landes. Denn ohne Kenntnis unserer Kultur, ohne Kenntnis der Kulturen der Welt, ist es nicht möglich, mit einem festen Fundament auch die Zukunft zu bauen. Deshalb wünschen wir uns, dass möglichst viele Besucherinnen und Besucher die einmaligen Schätze der Museumsinsel anschauen und mit vielen Anregungen und Ideen wieder nach Hause gehen. Der Bund ist eigentlich nicht zuständig für Kultur, sondern sie ist im wesentlichen Ländersache. Aber die Bundesregierung wird ihrer Verantwortung gerecht – nicht nur bei der Berliner Museumsinsel, sondern auch bei anderen herausragenden Kulturprojekten von nationaler und gesamtstaatlicher Bedeutung. Ich erinnere zum Beispiel nur an die Restaurierung des Grünen Gewölbes in Dresden oder des Weimarer Stadtschlosses. Insgesamt kann Deutschland stolz sein auf seine einzigartige, reichhaltige Museumslandschaft. Und deshalb werden auch all diejenigen, die keine Reise nach Berlin unternehmen, in ihrer Umgebung wichtige Museen und Gedenkstätten finden. Und ich ermutige Sie alle, einmal einen Besuch zu machen – in einer unserer Kulturstätten oder in einem unserer Museen, damit wir wieder einen Blick in unsere Vergangenheit gewinnen und daraus den Stolz für die Zukunft nehmen.
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