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Keine nukleare Bewaffnung für den Iran

 


 

Mi, 26.05.2010

 

Vor dem Abendessen stellt
 König Abdullah der Kanzlerin die Mitglieder der saudischen Delegation 
vor
.
König Abdullah empfängt Bundeskanzlerin Merkel in Saudi-Arabien
 
Seit Montag bereist Bundeskanzlerin Angela Merkel die Golfregion. Merkel rief die deutsche Wirtschaft auf, im internationalen Wettbewerb ihre Chancen in der Region zu nutzen. In Saudi-Arabien sprach sie über den Nahost-Friedensprozess und machte deutlich: "Wir setzen alles daran, dass der Iran keine nukleare Bewaffnung bekommt."  
 

In Djidda besuchte die Kanzlerin die König-Abdullah-Universität und eröffnete die deutsch-saudi-arabische Wirtschaftskonferenz. Die Kanzlerin lobte die Hochschule der wichtigsten Hafenstadt Saudi Arabiens am Roten Meer als "sichtbares Zeichen der Ambitionen Saudi-Arabiens, wirklich ein Wettbewerber in der Wissensgesellschaft zu werden" und sprach von der großen Dynamik des Landes.
 
"Wir wollen diese Ambitionen unterstützen und wollen dabei hilfreich sein", bekräftigte Merkel. So sei ihr Interesse groß, "dass auch unsere mittelständischen Unternehmen einen guten Zugang zu der saudi-arabischen Wirtschaft bekommen." 
 

Klare Vision Saudi-Arabiens

 
König Abdullah zeigt der Kanzlerin ein Bild der 
al-Haram-Moschee, in der das Zentralheiligtum des Islam, die Kaaba 
steht

König Abdullah zeigt ein Bild der al-Haram-Moschee, in der die Kaaba steht.Anknüpfend an die politischen Gespräche am Vortag mit König Abdullah bekräftigte Merkel: "Saudi-Arabien hat eine klare Vision, wo es hin möchte und wie es sich entwickeln möchte. Wir sind beeindruckt von dieser Vision. Wir wissen, dass es nicht immer ganz einfach ist, Tradition und Moderne in Einklang zu bringen. Wir wünschen Ihnen aber auf diesem Weg viel Erfolg. Wir sind gerne bereit, mit Ihnen zu diskutieren, mit Ihnen gemeinsam Projekte zu gestalten und, wenn es nötig ist, auch einmal Meinungsverschiedenheiten auszutragen. Das alles bringt uns voran."
 

Chancen intensiv nutzen

 
In Katar trifft sich die Kanzlerin am Mittwoch zu Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten S.H. Emir Scheich Hamad bin Khalifa Al-Thani. Im Vorfeld dazu sagte Merkel: "Katar ist ein aufstrebendes Emirat mit sehr vielen Bindungen an Deutschland. Ich glaube, dass wir in dem Wettbewerb der vielen, die sich für diese Region interessieren, unsere Chancen intensiv nutzen sollten. In den politischen Gesprächen sollten wir deutlich machen, dass wir uns für den Nahost-Friedensprozess einsetzen. Wir setzen zudem alles daran, dass der Iran keine nukleare Bewaffnung bekommt."
 
Zum Auftakt ihrer Reise hatte die Bundeskanzlerin Kronzprinz Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan in Abu Dhabi besucht. "Deutschland hat ein elementares Interesse an intensiven Beziehungen in die Golfregion, aber ganz besonders in die Vereinigten Arabischen Emirate. Wir haben unsere wirtschaftlichen Kontakte stark ausgebaut. Deutschland ist der größte Handelspartner der Vereinigten Arabischen Emirate in Europa. Diese Stellung wollen wir festigen und erweitern", sagte Merkel.  
 

Dynamische Region

 
Bundeskanzlerin Merkel 
betankt nach der Einweihung der ersten Erdgastankstelle der VAE ein 
Fahrzeug

Bundeskanzlerin betankt ein Fahrzeug mit ErdgasDie Golfregion sei ausgesprochen dynamisch. "Wir sind hier in einem starken Wettbewerb ‑ auch in der wirtschaftlichen Kooperation ‑ mit asiatischen Ländern, zum Beispiel mit Südkorea, aber auch mit China. Das bedeutet, dass wir die Beziehungen mit dieser Region intensiv pflegen werden und wollen. Ich glaube, das ist eine sehr gute Investition", so die Kanzlerin.  
  
Bei den Gesprächen ging es auch um den Nahost-Friedensprozess und das Verhältnis zum Iran. Deutschland teile die Sicherheitsinteressen der Vereinigten Arabischen Emirate. Beide Staaten arbeiteten auf diesem Gebiet eng zusammen, betonte Merkel.
 

Stadt der erneuerbaren Energien

 
In Masdar City, der zweiten Station ihrer Reise, informierte sich die Kanzlerin über das Projekt einer  "Stadt der erneuerbaren Energien" und weihte dort die erste Erdgastankstelle ein. Dies sei eine "strategische Investition in die Zukunft". Bis 2015 soll in Masdar City eine Stadt mit 50.000 Einwohnern auf der Basis von erneuerbaren Energien betrieben werden.  
 
Bundeskanzlerin Merkel und der 
Kronprinz von Abu Dhabi und Vizepräsident der VAE, Scheich Mohammed bin 
Said al-Nahjan, vor einem Gemälde des ersten VAE-Präsidenten

Merkel und der Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan"Deutschland ist sehr stolz darauf, dass es hier an vorderer Stelle mitarbeiten kann. Man kann geradezu sagen, dass sich hier all unsere Technologien, die wir im Bereich der Umwelttechnik entwickelt haben, gut entfalten und ihren Nutzen entwickeln können", bekräftigte die Bundeskanzlerin.
 
Sie kündigte an, Werbung für Masdar City in Deutschland zu machen, um im Bereich Umwelttechnologien eine noch intensivere Zusammenarbeit beider Länder zu erreichen.
 

Mobilität der Zukunft

 
"Die Frage, wie die Mobilität der Zukunft aussehen wird, ist eine der Kernfragen. Erdgas wird in diesem Zusammenhang mit Sicherheit eine große Rolle spielen. Deshalb sehen wir hier eine Investition, die sicherlich rasant an Bedeutung zunehmen wird."
 
Masdar City soll einmal vollständig durch erneuerbare Energien versorgt werden und den Status einer Sonderwirtschaftszone erhalten, in der sich rund 1.500 Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien aus der ganzen Welt ansiedeln sollen.   

 

 
   

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