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Weiter intensiv mit Gewerkschaften zusammenarbeiten

Angela Merkel


Am Montag feiert der Deutsche Gewerkschaftsbund sein 60-jähriges Jubiläum. Ich habe die Einladung zu der Festveranstaltung sehr gerne angenommen, denn der Deutsche Gewerkschaftsbund hat sich in den 60 Jahren der Bundesrepublik Deutschland zu einer wichtigen Säule unserer Gesellschaft herausgebildet.

Dies konnte nur gelingen, weil der Deutsche Gewerkschaftsbund nach dem Zweiten Weltkrieg die richtigen Lehren aus der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung gezogen hat. In der Weimarer Republik hatten sich die politisch und weltanschaulich unterschiedlichen Einzelgewerkschaften vehement bekämpft und haben damit zu einer Schwächung der Arbeiterbewegung beigetragen. Während der Zeit des Nationalsozialismus waren sie gleichgeschaltet und unterdrückt.

Der Nestor der katholischen Soziallehre, Oswald von Nell-Breuning, hatte den Gewerkschaften ins Stammbuch geschrieben: „Zusammenarbeit bei Verschiedenheit des weltanschaulichen Ausgangspunktes“. Dies war die Lehre, die 1949 gezogen wurde: Ein Zusammenschluss freier Einzelgewerkschaften zu einer Einheitsgewerkschaft.

Dank dieses Verständnisses als Einheitsgewerkschaft konnten sich die Gewerkschaften in Deutschland zu einer machtvollen und schlagkräftigen Organisation entwickeln. Acht Einzelgewerkschaften mit insgesamt über sechs Millionen Mitgliedern bilden heute den Deutschen Gewerkschaftsbund.

Sie vertreten vor Ort, in den Betrieben, aber auch in allen gesellschaftlichen Bereichen die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dies ist ein Teil der Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Dazu gehört natürlich, dass Gewerkschaften nicht immer bequem sind. Dies zeigt sich auch inder kontinuierlichen Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, die natürlich auch zum Teil Meinungsverschiedenheiten zu überbrücken hat. Aber Gewerkschaften wären keine freien Gewerkschaften, und unserer Gesellschaft wäre keine freie Gesellschaft, wenn wir diese  Meinungsverschiedenheiten nicht auch miteinander aushalten würden.

Danken möchte ich dem Deutschen Gewerkschaftsbund und seinen Einzelgewerkschaften für die Zusammenarbeit, die wir in den vergangenen Monaten miteinander pflegen konnten. Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich angesichts einer internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise in der schwierigsten wirtschaftlichen Situation seit ihrem Bestehen. In diesem Jahr werden wir einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von etwa vier bis fünf Prozent haben.

Die Bundesregierung hat in dieser Wirtschaftskrise Konjunkturpakete aufgelegt, und ich möchte mich bei den Gewerkschaften bedanken, weil sie bei der Umsetzung dieser Konjunkturpakete ein wichtiger Partner für uns waren und auch weiter bleiben werden.

Wir wissen, dass noch schwierige Zeiten vor uns stehen, und deshalb sage ich: Wir werden auch in den künftigen Monaten intensiv mit den Gewerkschaften zusammenarbeiten, um die Folgen der Krise zu lindern und in die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland zu investieren.

Dabei brauchen wir die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihre Vertretung, den Deutschen Gewerkschaftsbund.

Deshalb freue ich mich auf das Jubiläum am Montag, sage aber auch: Jenseits dieser Feierstunde werden wir auch in Zukunft intensiv zusammenarbeiten. Herzlichen Glückwunsch und ein herzliches Dankeschön an den Deutschen Gewerkschaftsbund.

 

3. Oktober 2009

 

 
   

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New Cuba Coalition
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