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Handwerk ist der goldene Boden unserer Wirtschaft

Angela Merkel


 
Handwerk leistet Beitrag für eine gute Zukunft

 

 

27. November 2010

Handwerk hat goldenen Boden – so sagt man landläufig. Ich ergänze: Das Handwerk ist der golden13727212e Boden unserer Volkswirtschaft. Das deutsche Handwerk ist fast aus-schließlich im Inland tätig. Und auch in Zeiten der Automatisierung ist dann, wenn wir über „Made in Germany" sprechen, das Handwerk immer noch ganz vorne mit dabei.

Deshalb werde ich am nächsten Freitag beim Deutschen Handwerkstag in Bayreuth den Handwerkerinnen und Handwerkern ganz herzlich für ihre Arbeit danken. Dan-ken in zweierlei Hinsicht: Einmal für ihr Verhalten während der internationalen Fi-nanz- und Wirtschaftskrise.

Die Bundesregierung hat mit ihren Konjunkturprogrammen einen wesentlichen Bei-trag dazu geleistet, dass im öffentlichen Sektor – insbesondere auf der kommunalen Ebene – erheblich investiert werden konnte. Das Handwerk hat davon breiten Ge-brauch gemacht. Und das war gut so. Dadurch konnte Beschäftigung gesichert wer-den, und wir haben heute eine Situation, in der wir weniger Arbeitslose haben, als wir vor der Krise hatten. Das Handwerk hat ganz wesentlich dazu beigetragen.

Und ich möchte für etwas Zweites danken – nämlich dafür, dass im deutschen Handwerk knapp ein Drittel der gesamten Ausbildungsstellen zur Verfügung gestellt werden. Das deutsche Handwerk hat immer auf unser duales Ausbildungssystem gesetzt und immer langfristig an seinen Nachwuchs gedacht. Ich möchte mich auch beim Zentralverband des Handwerks dafür bedanken, dass er sich in Brüssel so in-tensiv dafür einsetzt, dass die Standards unseres dualen Ausbildungssystems auch Schritt für Schritt in Europa eingeführt werden.

Nachwuchs – das ist das Schlüsselwort für die Zukunft. Denn wir haben angesichts des demografischen Wandels in unserem Lande mit Sicherheit nicht zu viele, son-dern eher zu wenig junge Leute, die qualifizierte Berufe erlernen können. Deshalb tut das deutsche Handwerk gut daran, sich heute genau um diesen Punkt in ganz be-sonderer Weise zu kümmern.

Die handwerklichen Tätigkeiten werden sich in den nächsten Jahren sicherlich Schritt für Schritt auch verändern. Hinzu kommen große Bereiche der Ökologie, in denen das Handwerk früher nicht so ausgeprägt tätig war. Ich erinnere zum Beispiel an die Wärmedämmung. Mit unserem ehrgeizigen Ziel, das Zeitalter der erneuerbaren Energien möglichst schnell zu erreichen, steht das Thema Einsparung von Energie ganz oben auf der Tagesordnung.

Wie bei vielen anderen Herausforderungen bin ich mir ganz sicher: Das deutsche Handwerk ist flexibel, das deutsche Handwerk sieht neue Betätigungsmöglichkeiten, das deutsche Handwerk arbeitet präzise, und das deutsche Handwerk denkt an sei-ne Zukunft.

Ich wünsche mir, dass das deutsche Handwerk auch in Zukunft seinen Beitrag zum Gelingen der Sozialen Marktwirtschaft leistet. Ich bin ganz überzeugt davon, dass dies auch geschieht. „Verachtet mir die Meister nicht", so heißt es bei Richard Wag-ner in den „Meistersingern". Ich füge für das 21. Jahrhundert einfach hinzu: „Verach-tet mir die Meisterinnen und Meister nicht

 

 

 

 
   

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