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Die Zukunft der Energie Angela Merkel Am Montag werde ich nach Greifswald fahren und das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik besuchen. Dieses Max-Planck-Institut für Plasmaphysik hat zwei Standorte – einmal Garching und zum anderen Greifswald – und befasst sich damit, Energie auf eine ganz besondere Art und Weise zu erzeugen. Man könnte vereinfachend sagen: Wir wollen die Art, wie die Sonne Energie gewinnt, auf die Erde holen. Diese Möglichkeit der Energieerzeugung ist eine Zukunftstechnologie. Wir wissen, dass die Energiegewinnung auf neue Füße gestellt werden muss. Deshalb sagt die neue Bundesregierung, dass wir das Zeitalter der regenerativen Energien erreichen wollen. Die klassischen Formen der Energiegewinnung – der Verbrauch von fossilen Brennstoffen zum Beispiel – ist endlich und auch die Kernenergie kann nur als Brückentechnologie funktionieren. Hinzugetreten sind natürlich schon viele regenerative Energien: die Verwendung von Biomasse, von Windenergie, von Solarenergie, von Erdwärme. Aber die Kernfusion wäre eine Art der Energiegewinnung, die uns unendliche Mengen von Energie zur Verfügung stellen könnte. Gleichzeitig werden nach heutigem Kenntnisstand keine radioaktiven Abfälle dabei entstehen. Allerdings ist die Anwendung dieser Energiegewinnung noch in weiter Ferne. Und sie ist erheblich kostenaufwändig. Dennoch lohnt es sich, in eine solche Zukunftstechnologie zu investieren. Dies allerdings kann kein Land mehr alleine, sondern hierfür bedarf es der internationalen Wissenschaftskooperation. So sind im Bereich der Kernfusion nicht nur die Europäische Union, sondern auch Länder wie die Vereinigten Staaten von Amerika, China, Indien, Südkorea, Russland gemeinsam engagiert. Das heißt: Ein wirklich globales Projekt. In der vergangen Woche hat die Wissenschaftsministerin, Annette Schavan, das Jahr der Wissenschaft mit dem Titel „Die Zukunft der Energie“ eingeläutet. Das heißt, gerade in diesem Jahr beschäftigen wir uns damit, welche zukunftsfähigen Formen der Energiegewinnung wir haben. Wir wissen: Ohne Forschung, ohne Investitionen in die Zukunft, werden wir unseren Wohlstand nicht halten können. Deshalb möchte Deutschland nicht nur moderne Formen der Energiegewinnung nutzen, sondern bei ihrer Entwicklung und Erfindung mit dabei sein. Deshalb wird der Forschungshaushalt auch in diesem Jahr noch einmal deutlich wachsen, und wir stehen zu unserer Verpflichtung, in der gesamten Legislaturperiode 12 Mrd. Euro mehr für Bildung und Forschung auszugeben. Gerade jetzt, in der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise ist es wichtig, dass wir uns auf die Zukunft ausrichten. Denn diejenigen werden gestärkt aus der Krise hervorgehen, die genau bei Forschung und Entwicklung neue Schwerpunkte setzen. Wir wollen, dass auch zukünftige Generationen in Deutschland gut leben können. Das schaffen wir nur, wenn wir auf Neugier, auf Forschung, auf Wissen und auf Können setzen.
30. Januar 2010
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