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Einführung
von Emilio Adolfo Rivero
La reconcentración
Königlicher Streite
von Michael Barone
Familienbindungen spielen
eine große Rolle im Kapitol
von Dana Milbank
Durch Täuschung
Emilio Adolfo Rivero
Brief
an den Volkskommissar für innere Angelegenheiten
N. I. Yezhov
Per E-Mail erhalten
Per E-Mail erhalten (II)
Anna Barkova
Verhörsakte.Streng Geheim.13.5.32
Sergey Markov
Yoani Sánchez
http://desdecuba.com/generationy/
Pyotr Oreshin
An das Volkskommissariat für Innere
Angelegenheiten
Gefängnis-Schlaflied
Maria Terentyeva
Verfinsterung
Alexander Chiznevsky
Für dich, Russland
Semyon Vilensky
Wannsee
Aus einem Gefängnistagebuch
Alina Vitukhnovskaya
(1973)
Nur Die Toten
Emilio Adolfo Rivero
Der Brief
Emilio Adolfo Rivero
Männer
Emilio Adolfo Rivero
Renato
Emilio-Adolfo Rivero
Bitongos Tod
Emilio-Adolfo Rivero
Prozess 21-22. September 1961
Emilio Adolfo Rivero
Aus dem Vernehmungsprotokoll
des Angleklagten
Lev Timofeyev
Die Hinrichtung des Studenten
Aus dem Vernehmungsprotokoll
Nikolay Kluyev
Geschichte einer merkwürdigen Zeit
(Fragment)
Leonid
Borodin (1938 -)
Venezuela
Wer sollte sonst die Petrodollar
von Chávez annehmen?
Emilio-Adolfo Rivero
_____________________________
Yoani S
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Allgemein

„Was meinst du, wie viele
Telefone von der politischen Polizei abgehört
werden?“, fragte mich der Mann, der einmal für
den Geheimdienst gearbeitet hat und jetzt zu den
vielen gehört, die abgeschoben wurden. Ich
schätzte eine dreistellige Zahl, eine niedrige
Hunderterziffer, was ein schallendes Gelächter
auf seinem von Falten gezeichneten Gesicht
auslöste. „Bis Mitte der 90er waren etwa 21
Tausend Leitungen angezapft und in diesem
Augenblick müsste es wegen der Zunahme der
Handys das Doppelte sein“. Diese Zahl bestätigte
mir ein anderer Mann, dessen Arbeit einst darin
bestand, in den Gesprächen von anderen Leuten
herum zu schnüffeln und Mikrofone in Häusern von
Dissidenten, Beamten und sogar von unbequemen
Künstlern zu installieren. An dem Tag, an dem
ich ihn diese enorme Ziffer sagen hörte, spürte
ich das Auge von Big Brother auf jedem Baum, in
jeder Ecke meines Hauses, und stellte mir das
indiskrete Ohr auf dem Display und der Tastatur
des Gerätes in meiner Tasche vor.
ETESCA, das einzige
Telefonunternehmen des Landes, nutzt seinen
Status als Staatsmonopol für Kommunikation, um
dem Innenministerium Abhördienste anzubieten.
Das sind keine Wahnvorstellungen meines
fiebrigen Geistes. Ich habe den Test gemacht,
indem ich mein Handy zerlegte, sogar den Akku
heraus nahm und die Stadt verließ; die
Nervosität der „Schatten“, die mein Haus
bewachten, ließ nicht lange auf sich warten.
Wenn ich jemandem eine SMS schicke, in der ich
sage, dass ich in Kürze an dem und dem Ort sein
werde, treffe ich bei der Ankunft auf die
ruhelosen Jungs, die mich überall hin verfolgen.
Ich gebe zu, dass ich manchmal aus Spaß mehrere
Freunde über mein Handy zur Teilnahme an
irgendeiner Vorstellung eines offiziell gut
geheißenen Buches oder einer, von einer
Institution organisierten, Veranstaltung
einlade. Die daraus resultierende Geschäftigkeit
wäre fast schon komisch, wären da nicht die
übermäßigen Mittel, die vom Staat für solche
Dinge aufgewendet werden, anstatt sie zum
Wohlergehen des Volkes zu verwenden.
Der Bewachte kann sich jedoch
auch in einen Bewacher verwandeln. Die
Mitarbeiter von ETESCA filterten über
alternative Netzwerke eine Datenbank mit vielen
Details über die Telefonnummern des Landes
heraus. Ohne Zweifel ist das eine Verletzung der
Diskretion, die ein Unternehmen über die
Informationen ihrer Kunden bewahren sollte.
Dieses hat jedoch dazu beigetragen, dass man die
Telefonnummern der Leute herausfinden kann, die
uns beobachten und uns anschwärzen. Journalisten
der offiziellen Zeitung Granma, Mitglieder des
Zentralkomitees, bis hin zu hochrangigen Beamten
der politischen Polizei sind dort mit
Ausweisnummer und sogar Privatadresse
registriert. Abkürzungen offenbaren, ob das
Telefon von einer staatlichen Stelle oder privat
bezahlt wird, was zur Aufdeckung von offiziellen
Verbindungen von denjenigen führt, die sich als
unabhängig bezeichnen. Jedenfalls hat die
detaillierte Bestandsaufnahme, die sie über
jeden Bürger durchgeführt haben, uns dazu
gedient, von „ihnen“ zu wissen und zu erfahren,
dass diejenigen, die uns auf der anderen Seite
der Leitung belauschen, auch einen Namen und
nicht nur ein Pseudonym haben. Jetzt könnte
jeder sie anrufen, ihnen eine Nachricht
schicken, zum Beispiel eine kurze und direkte
SMS, die besagt „Es reicht!“.
Übersetzung: Valentina
Dudinov
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Allgemein

Vor nicht einmal vier Jahren spielte der
ehemalige Außenminister Felipe Pérez Roque die
Hauptrolle auf der Konferenz gegen das
nordamerikanische Embargo gegen Kuba. Es war
seine Stimme, die von den daraus resultierenden
wirtschaftlichen und finanziellen
Einschränkungen erzählte. Der hitzköpfige
Funktionär legte dar, was viele von uns in- und
auswendig kennen: die vielfältigen negativen
Auswirkungen, die diese seit 1962 bestehenden
Beschränkungen auf die Industrie, die
Technologieentwicklung und sogar das
Gesundheitswesen haben. Worüber der damalige
Außenminister allerdings nichts sagte, war der
interne Zaun, der uns einschließt – diese andere
Mauer von Zensur und Strafen, die sich kurze
Zeit später über ihn selbst stürzen sollte.
Die bloße Entscheidung, ob man
das Wort „Embargo“ wählt oder den reißerischeren
Begriff „Blockade“ sagt, stellt schon eine
beinahe ideologische Stellungnahme dar. Das
Thema wurde von der nationalen Presse dermaßen
manipuliert, dass die Regierung nicht einmal
eingesteht, dass sich Viele, die gegen das
System sind, auch entschieden gegen die
Handelsbeschränkungen aussprechen, die unserer
Insel von den USA auferlegt wurden. Die
staatliche Tageszeitung Grandma stellt es als
Tatsache dar, dass alle von uns, die eine
politische Öffnung verlangen, ipso facto auch
die Existenz des Embargos gutheißen. Daher sah
man dann auch viele verdutzte Gesichter, als wir
unsere eigenen Argumente dafür hörten, dass
dieses so bald wie möglich aufgehoben werden
soll; jene Rechtfertigungen, die Felipe Pérez
Roque niemals vor der UNO äußerte und die er
erst entdeckte, als er bereits ein entlassener
Minister war.
Die Verlängerung der
„Blockade“ um weitere 50 Jahre erlaubte es, dass
jeder Schaden, den wir erlitten haben, darauf
geschoben, mit ihren Auswirkungen gerechtfertigt
wurde. Und dennoch verhindert ihre Existenz
nicht, dass es in den luxuriösen Villen der
Nomenklatura nie an Whiskey mangelt, die
Kühlschränke gerammelt voll sind und die
modernsten Autos in den Garagen parken. Und zu
allem Überdruss hat die wirtschaftliche Mauer
die Vorstellung der „belagerten Insel“ gestärkt,
auf der Andersdenken mit Landesverrat
gleichgesetzt wird. Somit hat die externe
Blockade die interne Blockade an Kraft gewinnen
lassen.
Ich wünsche mir, dass die
heutige Entscheidung der Vereinten Nationen
zugunsten derer ausfällt, die wir auf ein Ende
einer solchen Absurdität hoffen, und vor allem
zugunsten derer, die wir das Ende des Embargos
als Todesstoß für den Autoritarismus ansehen,
unter dem wir leben. Die offizielle Delegation
würde es wiederum anders interpretieren: Sie
würde zufrieden applaudieren und verkünden, dass
dies „einen weiteren Sieg der Revolution“
darstelle. In Havanna werden währenddessen, weit
weg von neugierigen Blicken, gewisse
Führungspersonen mit Johnny Walker anstoßen und
irgendwelche leckeren Häppchen „Made in USA“
verschlingen.
Übersetzung:
Florian
Becker
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