![]() |
|
|||||||||
|
Prozess 21-22. September 1961 Emilio Adolfo Rivero WUMM! Erschrocken wachte ich auf. Es war das Exekutionskommando. Ein einzelner Schuss folgte, der Gnadenschuss. Danach startete ein Lastwagen den Motor, fuhr weg und kam zurück. Die meisten Männer in Trakt 16, vielleicht einhundert Gefangene, wachten auf oder die, die nicht schliefen, gerieten außer Fassung. Einige liefen zum doppelt vergitterten Fenster im hinteren Teil des Traktes, ungefähr fünfzig Meter entfernt vom Exekutionsplatz. Andere beteten den Rosenkranz, einige verfluchten die Vollstrecker. „Monster!“ “Hurensöhne!” Einige Minuten später in der Stille der Nacht, es war ungefähr 2 Uhr morgens, schrien einige „Viva Cuba libre!“ (Es lebe das freie Kuba“) „Viva Cristo Rey!” (Lang lebe Christus der König!), sofort gefolgt von "Apunten!" (Zielen!) „Fuego!” (Feuer!), WUMM!! Ein einzelner Schuss, und wieder der Motor des Lastwagens, mit dem die Leiche weggeschafft wurde. Der Lastwagen kam mit der nächsten Ladung zurück. Fünf Exekutionen erfolgten in weniger als dreißig Minuten, vier Stunden nach Ende des Prozesses. Es war der 22. September 1961. In einer Gruppe, bestehend aus zweiundsechzig Männern und sechs Frauen, war ich vor dem Revolutionsgericht Nummer Eins in der Festung La Cabaña, in Havanna erschienen. Am Tage zuvor hatte von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends der Prozess bezüglich der sogenannten Causa (Sache) 238 von 1961, stattgefunden. Das Verfahren hatte um 8 Uhr morgens begonnen und fand in einem großen Saal im Inneren der Festungsmauer statt. Neben den Angeklagten, ihren Verteidigern, Gerichtsmitgliedern und Staatsanwälten, Soldaten mit Gewehren, Journalisten, einigen Mitgliedern des diplomatischen Corps (weil der britische Staatsbürger, Robert Morton Guedes, unter den Angeklagten war), befanden sich dort auch einige Verwandte der Angeklagten, die Öffentlichkeit, falls es notwendig sein würde eine „spontane“ Demonstration gegen die Angeklagten zu initiieren. Insgesamt vermutlich über dreihundert Personen. Das Gericht setzte sich aus dem Präsidenten, Lt. Dr. Pelayo Fernandez (auch bekannt als) „Pelayo Paredon“ (Pelayo Große Mauer) und vier Mitgliedern zusammen, von denen drei Militärsangehörige waren und ein vierter Mann der Miliz angehörte. Die Staatsanwaltschaft bestand aus Dr. Fernando Flores (auch bekannt als) „Charco de Sangre“ (Blutteich).
|
||||||||||||||||||||
|
. |
|||||||||||||||||||||